Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
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Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
HALT!
Bevor sich jetzt ein wütender Mob von E57-Liebhabern zusammenrottet und meine Züchtigung beschließt - Sirenator hat Teilschuld :D
Der hier zersägte Elektror-Motor hatte sein Ableben bereits durch Rauchzeichen angekündigt. Sirenator will versuchen, den verbrannten Motor ganz aus dem Gehäuse zu schlagen, dass dann in einem großen Ofen auf 300°C erhitzt und mit einem neuen Motorkern versehen werden soll. Lasset uns der Dinge harren, die da kommen mögen!
Bevor sich jetzt ein wütender Mob von E57-Liebhabern zusammenrottet und meine Züchtigung beschließt - Sirenator hat Teilschuld :D
Der hier zersägte Elektror-Motor hatte sein Ableben bereits durch Rauchzeichen angekündigt. Sirenator will versuchen, den verbrannten Motor ganz aus dem Gehäuse zu schlagen, dass dann in einem großen Ofen auf 300°C erhitzt und mit einem neuen Motorkern versehen werden soll. Lasset uns der Dinge harren, die da kommen mögen!
Zuletzt geändert von Totusignotus am Dienstag 6. Mai 2014, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
"Wer bewirkt, dass dort, wo bisher keine Sirene stand, nunmehr eine Sirene steht, der hat mehr für ein Volk geleistet als ein Feldherr, der eine Schlacht gewann." - Friedrich der Große (könnte das so ähnlich gesagt haben)
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Re: Schockbilder
Danke du Petze! :-P
Ne jetzt mal Spaß beiseite. Die Wicklungen haben es definitiv hinter sich. An je einer großen Stelle oben und unten haben die Wicklung gebrannt und sind aufgeplatzt. Totalschaden.
Mein Vorhaben wird sein, das Blechpaket was im Gehäuse ist entweder normal oder mit der Säge zu entfernen und dann ein noch intaktes Wicklungspaket was ich aus einem äußerlich zerstörtem E57 Motor habe dort hinein zu bringen. Die Frage ist, mit welchen Temperaturen muss ich arbeiten?
Reichen da 100-130°C aus oder muss es noch heißer sein?
Ich mache mir ernsthaft sorgen darum, dass die Isolierung der Drähte ja doch nur bis 130°C Standhält.
Gruß
Ne jetzt mal Spaß beiseite. Die Wicklungen haben es definitiv hinter sich. An je einer großen Stelle oben und unten haben die Wicklung gebrannt und sind aufgeplatzt. Totalschaden.
Mein Vorhaben wird sein, das Blechpaket was im Gehäuse ist entweder normal oder mit der Säge zu entfernen und dann ein noch intaktes Wicklungspaket was ich aus einem äußerlich zerstörtem E57 Motor habe dort hinein zu bringen. Die Frage ist, mit welchen Temperaturen muss ich arbeiten?
Reichen da 100-130°C aus oder muss es noch heißer sein?
Ich mache mir ernsthaft sorgen darum, dass die Isolierung der Drähte ja doch nur bis 130°C Standhält.
Gruß
Re: Schockbilder
Wow, sieht derb aus. Da habt ihr euch aber was vorgenommen. Aber irgendwie gibt es immer das erste mal. Hoffe das es alles klappt und wünsche euch viel erfolg dabei.
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Re: Schockbilder
Heute ging die Brachiale Zerstörung weiter ;-)
Als erstes ging es an den Drahtrest. Das war eine Drecksarbeit. Erst knippte ich über eine Stunde mit einem Seitenschneider an den Drähten unten rum. An rausziehen war dabei nicht zu denken. Dann hatte ich die Schnauze voll wie man so schön sagt und schlug mit einer M8er Gewindestande die Drahtstränge von oben nach unten heraus. Hier das Ergebnis: Hier die ganzen Kupferdrähte. Man bedenke, dass ein Teil ja schon bei Totusignotus entfernt wurde. Dann ging es dem Blechpaket an den Kragen. Im blechpaket sind insgesamt 6 Bolzen. Diese wurden von oben Kurz angebohrt und dann mit einer längeren M5er Schraube nach unten durchgeschlagen. Dann konnte ich Blech für Blech einzeln rausnehmen. Hier schon fast am Anfang des Motorgehäuses: Selbst im Motorgehäuse kamen mir die Bleche mit wenig Kraftaufwand entgegen.
Hier das doch nun recht leichte und intakte Motorgehäuse: Und hier die ganzen Bleche: Eins muss ich dazu sagen: Jedes Blech hatte Rostansätze. Für mich bedeutet das doch, dass ein E57 Motor nie mehrere Jahrhunderte überstehen könnte, oder?
Was meint ihr dazu?
MfG
Rene
Als erstes ging es an den Drahtrest. Das war eine Drecksarbeit. Erst knippte ich über eine Stunde mit einem Seitenschneider an den Drähten unten rum. An rausziehen war dabei nicht zu denken. Dann hatte ich die Schnauze voll wie man so schön sagt und schlug mit einer M8er Gewindestande die Drahtstränge von oben nach unten heraus. Hier das Ergebnis: Hier die ganzen Kupferdrähte. Man bedenke, dass ein Teil ja schon bei Totusignotus entfernt wurde. Dann ging es dem Blechpaket an den Kragen. Im blechpaket sind insgesamt 6 Bolzen. Diese wurden von oben Kurz angebohrt und dann mit einer längeren M5er Schraube nach unten durchgeschlagen. Dann konnte ich Blech für Blech einzeln rausnehmen. Hier schon fast am Anfang des Motorgehäuses: Selbst im Motorgehäuse kamen mir die Bleche mit wenig Kraftaufwand entgegen.
Hier das doch nun recht leichte und intakte Motorgehäuse: Und hier die ganzen Bleche: Eins muss ich dazu sagen: Jedes Blech hatte Rostansätze. Für mich bedeutet das doch, dass ein E57 Motor nie mehrere Jahrhunderte überstehen könnte, oder?
Was meint ihr dazu?
MfG
Rene
Re: Schockbilder
Würde ich auch sagen, dass Rostansätze "Schockbilder"sind. Egal wo.
Re: Schockbilder
Wow, nice :) @Sirenator: Kannst du mal das Gehäuse im Leerzustand wiegen und uns mitteilen?
"Sirenen sind durch nichts zu ersetzen, ausser durch bessere Sirenen..." (Cimolino - 2012)
Elektror L1137/1237, FWE Sonnenburg MS 200 MPS 4
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Re: Schockbilder
sirenator hat geschrieben:...
Eins muss ich dazu sagen: Jedes Blech hatte Rostansätze. Für mich bedeutet das doch, dass ein E57 Motor nie mehrere Jahrhunderte überstehen könnte, oder?
Was meint ihr dazu?
MfG
Rene
Moin Rene,
leider gibt es noch keine Erfahrungswerte, was "JahrHUNDERTE" angeht...
Aber soweit ich mich erinnern kann ist nichts für die Ewigkeit. Kommt auf die Witterung an. Eine freistehende Sirene auf einer (Nord)seeinsel hält wahrscheinlich nicht so lange, wie eine Sirene geschützt in einem Kirchturm z.B. in Bayern. ;-)
Gruß,
Ralph
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Re: Schockbilder
Bis jetzt sehr gute Arbeit, hoffentlich bekommt ihr das neue Wicklungspaket aus dem alten Gehäuse heile raus und in das intakte, jetzt leere hinein.
@Ralph: Wenn die Wicklungen in Stoff einbalsamiert wären, so wie man das früher gemacht hat, würde die das auch gegen äußere Einflüsse besser schützen, als das ganze offen zu lassen. Jahrhunderte wird so eine Wicklung auch nicht halten, weil die hauchdünne Lackisolierung irgendwann brüchig wird und wegbröselt. Bei guter Verarbeitungsqualität und guter Pflege mag das ein Jahrhundert halten aber viel länger wohl doch nicht.
Gruß
Technikfreak L
@Ralph: Wenn die Wicklungen in Stoff einbalsamiert wären, so wie man das früher gemacht hat, würde die das auch gegen äußere Einflüsse besser schützen, als das ganze offen zu lassen. Jahrhunderte wird so eine Wicklung auch nicht halten, weil die hauchdünne Lackisolierung irgendwann brüchig wird und wegbröselt. Bei guter Verarbeitungsqualität und guter Pflege mag das ein Jahrhundert halten aber viel länger wohl doch nicht.
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Re: Schockbilder
Aber sicher doch ;-) würde sagen ca. 11,6KgKL7000F hat geschrieben:Kannst du mal das Gehäuse im Leerzustand wiegen und uns mitteilen?
Ok da hab ich auch ein wenig übertrieben aber es gibt motoren die Schon Hundert und mehr Jahre überstanden haben.Ralph hat geschrieben:leider gibt es noch keine Erfahrungswerte, was "JahrHUNDERTE" angeht...
Was wolltest du nochmal sagen? :-DTechnikfreak L hat geschrieben:...hoffentlich bekommt ihr das neue Wicklungspaket aus dem alten Gehäuse heile raus...
Hab das intakte Paket schon vor mehreren Monaten aus einem äußerlich kaputtem Motorgehäuse einer 72er Helin ausgebaut indem ich einen Schlitz eingemeißelt und diesen geweitet hatte. So flutschte das Paket raus und das ohne Isolationsschäden. Werte sind alle noch im grünen Bereich. ;-)
Da kann es evtl. helfen eine voll gekapselte E57 zu haben wie es meine 91er Elektror E57 ist. Ab mitte der 70er haben die das gemacht weil die wohl gemerkt haben das des den Motor noch besser vor Witterung schützt. Siehe Michels Video seiner 75er wo die Wicklungen aussehen wie grade gewickelt. In sachen Isolierunsabplatzung kann ich nur sagen , dass des bei meiner L141 wohl so schnell nicht passieren wird. Die hat noch richtig dicke alte Farbe auf den Drähten und die Isowerte sind wie bei einer neuen (Messgerät zeigt unendlich an).Technikfreak L hat geschrieben:Wenn die Wicklungen in Stoff einbalsamiert wären, so wie man das früher gemacht hat, würde die das auch gegen äußere Einflüsse besser schützen, als das ganze offen zu lassen. Jahrhunderte wird so eine Wicklung auch nicht halten, weil die hauchdünne Lackisolierung irgendwann brüchig wird und wegbröselt.Technikfreak L
Nun weiter zum Wicklungspaket. Natürlich hab ich auch das schnell auf die Waage gelegt: etwa 16Kg.
So des wärs dann erstmal für heute. In sachen Einpressen halte ich euch natürlich auf dem laufenden!
Gruß
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Re: Schockbilder
Und wie versprochen:
Heute war es endlich soweit!
Habe das gehäuse innen mit Rostumwandler behandelt und anschließend alles mit Grafit eingeschmiert.
Dann wollte ich versuchen das Gehäuse mit einem heißluftfön zu erhitzen allerdings stellte sich das als unmöglich heraus da der Guss die Hitze sehr schnell und verdammt gut ableitet.
Schon enttäuscht nahm ich das gehäuse dann und versuchte trotzdem mein Glück und siehe da,
Es ging! Gut 2/3 konnte ich so raufschieben danach musste ich mit einem 5kg hammer und einem Stück Holz nachhelfen und es hieß gib ihm saures :-D
Stand jetzt ist eben, dass die Wicklung fest drinnen sitzt und nur die Anschlussleitungen wieder durch die schlitze müssen.
Ich habe immer gedacht das die Blechpakete mit Hitze eingepresst werden, dabei sind diese nur verkeilt! die haltestellen im gehäuse sind nähmlich leicht konisch gedreht das ist mir vorher schon aufgefallen konnte mir aber keinen Reim machen, bis jetzt!
Zum "komisch aussehenden Brett": Habe einfach in eine alte Tischplatte 2 Löcher mit einem Durchmesser von ca. 175mm geschnitten und die beiden teile aneinander geschraubt sodass die wicklung ohne Schaden an den drähten eingeschlagen werden konnte.
Naja genug geredet hier sind fotos
Heute war es endlich soweit!
Habe das gehäuse innen mit Rostumwandler behandelt und anschließend alles mit Grafit eingeschmiert.
Dann wollte ich versuchen das Gehäuse mit einem heißluftfön zu erhitzen allerdings stellte sich das als unmöglich heraus da der Guss die Hitze sehr schnell und verdammt gut ableitet.
Schon enttäuscht nahm ich das gehäuse dann und versuchte trotzdem mein Glück und siehe da,
Es ging! Gut 2/3 konnte ich so raufschieben danach musste ich mit einem 5kg hammer und einem Stück Holz nachhelfen und es hieß gib ihm saures :-D
Stand jetzt ist eben, dass die Wicklung fest drinnen sitzt und nur die Anschlussleitungen wieder durch die schlitze müssen.
Ich habe immer gedacht das die Blechpakete mit Hitze eingepresst werden, dabei sind diese nur verkeilt! die haltestellen im gehäuse sind nähmlich leicht konisch gedreht das ist mir vorher schon aufgefallen konnte mir aber keinen Reim machen, bis jetzt!
Zum "komisch aussehenden Brett": Habe einfach in eine alte Tischplatte 2 Löcher mit einem Durchmesser von ca. 175mm geschnitten und die beiden teile aneinander geschraubt sodass die wicklung ohne Schaden an den drähten eingeschlagen werden konnte.
Naja genug geredet hier sind fotos
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Re: Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
Also doch keine Hitze sondern nur Reibung!
Auf jeden Fall eine schöne Arbeit das Ganze! Du bist hier im Forum auf diesem Gebiet mit Sicherheit Pionier, denn
Auf jeden Fall eine schöne Arbeit das Ganze! Du bist hier im Forum auf diesem Gebiet mit Sicherheit Pionier, denn
Dann kann der obligatorische 5-Minuten-Motortest bald stattfinden?Fox 1 hat geschrieben: irgendwie gibt es immer das erste mal.
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Re: Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
Ich werde den Motor mitbringen, also 5min test :-D
mal gespannt ob ich in Zukunft evtl. noch mehr Ptienten bekomme^^
Gruß
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Gruß
- hoffendlichS3
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Re: Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
Hey die Vorlage kam von mir, immerhin habe ich den Motor aus der Siemens nur mit
dem Hammer problemlos rausgekloppt. :-) :-D
dem Hammer problemlos rausgekloppt. :-) :-D
"Die Sirene ist und bleibt das effektivste Mittel um Aufmerksamkeit der Massen zu erregen"
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Re: Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
Dann seid ihr eben beide Pioniere :-)hoffendlichS3 hat geschrieben:Hey die Vorlage kam von mir
Zuletzt geändert von Totusignotus am Freitag 9. Mai 2014, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schockbilder und Auferstehung eines Sirenenmotors
Naja komm :-DhoffendlichS3 hat geschrieben:Hey die Vorlage kam von mir, immerhin habe ich den Motor aus der Siemens nur mit
dem Hammer problemlos rausgekloppt. :-) :-D
Sagen wir es so, du hast erst vermutet das die bei Siemens scheisse gebaut haben und ich habe nun eine passende Theorie geliefert^^
Jetzt nur noch eine Möglochkeit finden eine Wicklung heile aus einem gehäuse zu entfernen und der "Spaß" kann losgehen :-D